Radtour an der Elbe vom 06.08. – 13.08.19 mit der Hirschradwanderfamilie von der Luther Stadt Wittenberg über Torgau/Strehla/Riesa/Meißen/Radebeul – Kötzschenbroda/Dresden bis Bad Schandau im Elbsandsteingebirge.

Bereits die Anreise mit der Deutschen Bundesbahn war der Luxus pur. Unsere Räder konnten wir ebenerdig in den Zug schieben und hatten auch mit dem Verstauen des Gepäcks keinerlei Schwierigkeiten. In Wittenberg angekommen, checkten wir als erstes in unser Hotel ein und testeten die angemieteten Leihräder (2 E-Bikes und 2 Tourenräder). Nachdem jeder sein Stahlross austariert und probe gefahren ist fuhren wir gemeinsam in die Altstadt in ein uriges Brauhaus zum Abendessen. In geselliger Runde genossen wir im stilvoll gestalteten Innenhof unseren 1. Abend.
Am nächsten Tag stand uns die weiteste Strecke (72 km) bevor. Doch vorher machten wir uns bei einer Stadtführung über Wittenberg und Luthers wirken in dieser Stadt schlau. Nach dieser sehr eindrucksvollen Stadtführung hieß es nun in die Pedale treten.
Nach einer kurzen Einführung durch Lothar, dem „Rudelführer“, bzgl. des Verhaltens der Mischgruppe aus E-Bikern und Normalos (ohne Motor) ging´s dann endlich los. Nach dem „Rudelführer“ kamen die Normalos und dann erst die E-Biker. Denn Lothars Slogan ist, „ die E-Bikefahrer, haben deshalb ein E-Bike um mit den Normalos mithalten zu können und nicht um ihnen davon zu fahren. Auf der ganzen Tour hat diese Formation, dank der hervorragenden Disziplin der Damen bestens geklappt.
Am frühen Abend erreichten wir unser Etappenziel die historische Renaissance Altstadt Torgau., ehemalige Residenz der sächsischen Kurfürsten. Auch hier erholten wir uns am Abend in einem gemütlichen Lokal in der Nähe des Schlosses Hartenfels von den Sprapazen des Tages. Gott sei Dank hatten wir den Wind auf unserer Seite indem er uns schräg von hinten unterstützte. Hätten wir die Tour andersrum gewählt, also Fluss abwärts, hätte uns der Wind mit Sicherheit zu schaffen gemacht.
Am Vormittag stand wieder Kultur auf dem Programm. Bei einer Stadtführung durch Torgau mit Besuch des Schlosses Hartenfels erfuhren wir aus kompetenten Munde Wissenswertes über diese Stadt. Schloss Hartenfels und die Schlosskapelle wurde als erster protestantischer Kirchenbau von Martin Luther geweiht, Ebenso interessant war die Stadtpfarrkirche St. Marien mit der Grabplatte der Lutherin, Katharina von Bora.
Im April 1945 trafen sich hier die Alliierten (Russen und Amerikaner) an der Elbe. Heute steht hier ein Denkmal der Begegnung,
Nun ging´s aber wieder auf die Strecke Richtung Strehla. In geordneter Formation fuhren wir entlang der Elbe uns ließen uns vom Winde treiben. Wir genossen die weite Landschaft und den Blick auf die Elbe. An einer Radfahrerkirche legten wir eine Stopp ein um den idyllischen Ort zu genießen. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel. Nach Einchecken ins Hotel „brezelten“ sich die Damen auf um in das wunderbar an der Elbe gelegene Gasthaus „Am Nixstein“ einzukehren. Bei gutem Essen und schönem Blick auf die Elbe blieb kein Wunsch mehr offen.
Am frühen Morgen (09.30 Uhr, für Rentner mitten in der Nacht) starteten wir in Richtung Meißen. Hier angekommen kehrten wir erst mal am Marktplatz ein um dann um 14.00 Uhr zu einer ausgiebigen Stadtführung zu starten. Wir durchwanderten die Altstadt unter der Altstadtbrücke hindurch mit Blick auf das Ensemble aus Albrechtsburg, Dom und ehemaligen Bischofsschloss. Eine ausgiebige Besichtigung der Albrechtsburg ließen wir uns nicht entgehen. Meißen ist natürlich auch durch sein Porzellan mit den zwei blauen Schwertern bekannt, aber nachdem alle mitreisenden Damen ihrer Aussteuer schon hatten verzichteten wir auf den Besuch der Manufaktur. Die Unterkünfte wurden von mal zu mal edler, so dass der Wohlbefinden nicht im Wege stand. Am Abend wieder eine Einkehr, diesmal in ein sächsisches Weinlokal. Der sächsische Wein schmeckt sehr lecker, ist aber auch relativ teuer, Ein Glas 0,1 l 9,15€ ist dann schon für manche etwas grenzwertig, aber man sollte ihn mal gekostet haben.
Die nächste Etappe führte uns von Meissen über Radebeul und Kötzschenbroda nach Dresden. Radebeul ist ja bekannt durch das Karl May Museum, was sicher einen Besuch wert gewesen wäre, aber die Damen flanierten lieber den Dorfanger in Kötzschenbroda rauf und runter . Es gibt dort schöne Boutiquen und Geschäft mit alllerlei Krimskrams. War eine gelungene Alternative und es hat allen sehr gut gefallen. In Dresden angekommen besuchten wir in der Neustadt noch eine alte Molkerei (Pfundsmolkerei) bevor wir unser Quartier aufsuchten Zum Abendessen suchten wir uns diesmal ein Lokal im Szenenviertel Dresdens aus. Das Lokal „lila Soße“ liegt mitten in der Neustadt in einem künstlerisch gestalteten Innenhof. Bei gutem Essen, säschsischen Wein und regen Gesprächen verlief der Abend recht kurzweilig.
Heute widmeten wir uns den ganzen Tag der Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Am Vormittag starten wir zu einer ausgiebigen Stadtbesichtigung mit Frauenkirche, katholische Hofkirche, dem Zwinger u.v.m.
Den Nachmittag widmeten wir einer tiefgehenden Besichtigung der Semperoper.
Voll mit interessanten Informationen über diese Stadt hatten wir noch einige Stunden zur freien Verfügung, wo ein jeder all die Eindrücke nochmals für sich verarbeiten konnte indem er selbst die Stadt für sich erkunden konnte.
Für den Abend hatten wir wieder ein interessantes Lokal im Szenenviertel der Neustadt angepeilt. Im Gasthaus „Raskolnikoff“ ließen wir den Tag nochmals Revue passieren und genossen das ausgewöhnliche Ambiente dieses Innenhofes.

Auf geht´s zur letzten Etappe dieser Radtour entlang der Elbe.
Von Dresden her nährten wir uns dem Elbsandsteingebirge um auf der „sächsischen Weinstraße“ nach Bad Schandau zu gelangen. Dieser Teil des Elberadwegs zählt zu den schönsten Abschnitten. Auf etwa 60 km folgt die sächsische Weinstraße dem Lauf der Elbe. Von der Natur begünstigt wurde im Elbtal bereits im Mittelalter Wein angebaut. Die „sächsische Schweiz“ entstand in Jahrmillionen. Verwitterung und Abtragungen haben aus der ursprünglich zusammenhängenden Sandsteinplatte ein felsiges Naturschauspiel geschaffen. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Ziel Bad Schandau. Ausgangspunkt für großartige Wanderungen. Der Radweg würde uns nun weiterführen in das nahe Tschechien bis Prag aber das heben wir uns für einander mal auf.
Zurück mit der S-Bahn erreichten wir wieder bequem unser Quartier in Dresden. Mit dem letzter Abend in unserem „Stammlokal“ lila Soße beendeten wir diese landschaftlich und kulturell interessante Radtour entlang der Elbe.

Lothar Hirsch