Verlängertes Wochenende mit der Wanderfamilie des Eifelvereins OG Köln in Berlin und Spreewald zur Weihnachtszeit vom 28.11. – 01.12.19

Schon seit einigen Jahren, immer wenn sich die Adventszeit ankündigt, zieht es uns wie magnetisch nach Berlin und in den Spreewald. Warum?

Weil Berlin immer wieder von uns neu wahrgenommen und erlebt wird. Und so war es auch diesmal wieder! Mittlerweile haben sich Mitglieder aus der OG Berlin mit Mitgliedern der OG Köln, die sich nun schon seit einigen Jahren kennen, zu einer Gruppe in der Eifelvereinsfamilie vereint. –
Nach einer komfortablen Anreise mit der DB (ICE) landeten wir am Do, den 28.11.19 pünktlich am Ziel Berlin Gesundbrunnen. Nach Abgabe der Koffer im **** Hotel in Berlin Mitte begann unser Trip durchs winterliche Berlin. Das Verkehrssystem in Berlin ist optimal, Taktzeiten (S-U Bahn 5 min) davon kann Köln nur träumen. Deshalb erreichten wir in kurzer Zeit unser erstes „Highlight“ die Hackischen Höfe am Hackeschen Markt. Diese sind insofern interessant, da sie zu den teuersten Adressen Berlin zählen. Sie wurden im Jahr 1906 eröffnet und beherbergen neben Wohnungen auch Geschäfte und Kultureinrichtungen. Zum ersten Mal wurden damit Unterkunft, Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern, Broterwerb und Amusement in einem Gebäudekomplex zusammengefasst, für die damalige Zeit war das neu und einzigartig.- Unser Erkundungstrip führte uns nun weiter zur St. Marienkirche in der Berliner Neustadt. Hier bewunderten wir das Wandgemälde des Totentanzes aus dem Mittelalter. Es gehört zu Berlins ältesten Denkmälern. Das nächste „Highlight“ der Neptunbrunnen befindet sich in unmittelbarer Nähe der Marienkirche mit einem wunderschönen Weihnachtsmarkt, den wir natürlich mit einer kurzen Pause und einer Bratwurst in der Hand genossen. Der Neptunbrunnen ist eine Schöpfung des Bildhauers Begas. Neptun, der römische Gott des Meeres, auf einer Muschel thronend, in imposanter und gebieterischer Haltung. Auf dem Rand des Wasserbeckens sitzen vier Frauengestalten, die die Flüsse Rhein, Weichsel, Oder und Elbe symbolisieren. Von den vier Frauengestalten heißt es, sie seien die einzigen Damen, die den Rand halten können. Vorbei am „roten Rathaus“, Sitz des regierenden Bürgermeisters“ erreichten wir das Nikolaiviertel hier entstand Alt Berlin und Cölln. Das Nikolaiviertel mit seinem ganz besonderen Flair, seien es die historischen Gasthäuser „zum Nussbaum“, oder zum Paddenwirt“, „zur Gerichtslaube“, „der Altberliner Weißbierstube“ oder die Nikolaikirche selbst oder das Lessinghaus, fordert mindestens eine halben Tag um diese Vielfalt des alten Berlins aufzunehmen. Unser heutiges Ziel war es die Mole unseres Ausflugschiffes am Nikolaiviertel rechtzeitig zu erreichen, was dann auch gelang. Auf dieser beschaulichen Spreetour durch das abendliche Berlin genossen wir die Skyline des Regierungsviertels u.v.m. Die Einkehr in das altes Berliner Brauhaus (1840) am Hackeschen Markt rundete den erste Tag unseres Der zweite Tag (29.11.19) unseres Berlintrips war fast ausschließlich dem 30jährigen Fall der Berliner Mauer gewidmet. Wir begannen mit unserem „Mauertrip“ an der Bornholmer Str. bzw. Brücke wo am 09.11.89 die Grenzen erstmals geöffnet wurden, also ein sehr geschichtsträchtiger Ort in Berlin Mitte. Der Mauerweg führte uns entlang des ehemaligen Mauerverlaufes, vorbei am Max Schmeling Stadion zur Bernauerstr. Hier reichten die Häuser bis an die ehemailge Berliner Mauer. Kurz vor Errichtung der Mauer 1961 sprangen hier Menschen aus ihren Fenstern auf den im Westen liegenden Bürgersteig oder sprangen vom 3. Stock in ein Auffangnetz der Feuerwehr in die Freiheit. Dramatische Szenen spielten sich hier ab die auf dem Mauerweg immer wieder demonstrativ in Form von Erinnerungstafeln und Bildern dargestellt werden. Inmitten des ehemaligen sog. „Todestreifen“ steht die Versöhnungskirche, ein schlichter Holzbau der an die Teilung Berlins erinnern soll. Die Kirche die vorher hier stand wurde vom SED Regime abgerissen. Begründung: Sie würde die Sicht auf die Mauer erschweren und damit Fluchtversuchen Vorschub leisten. Irre Begründung!!! Auf dem Aussichtsturm am Informationszentrum konnten wir einen Blick auf einen ca. 100 m langen Teil der Orginalmauer werfen. Im Besucherzentrum schauten wir uns noch den sehr emotionalen Film über den Bau der Mauer im August 1961 bis zu deren Öffnung am 09.11.89 Bornholmerstr. an. Sehr zu empfehlen für jeden der Berlin besucht und sich für dessen Geschichte interessiert. Nach einer ausgiebigen Mittagspause in der Kantine der Deutschen Bundesbahn, die gegenüber des Info – Zentrums liegt, führte uns unsere Berlin Excursion mit Schwerpunkt „30 Jahre Berliner Mauer“ in die Friedrichstr. zum Check Point Charly. Im Oktober 1961 wurde dem US-Diplomaten E. Allan Lightner, Jr. die Einreise in die DDR verweigert. So wurde die Ecke Friedrich- und Zimmerstraße im Zentrum Berlins zu einem weltweiten Brennpunkt. Der daraus resultierende Streit war eine der sichtbarsten Manifestation des Kalten Krieges. Am 27. und 28. Oktober 1961 standen sich US-amerikanische und sowjetische Panzer in einen Meter Abstand gegenüber. Danach kannte die ganze Welt den militärischen Transitpunkt „Checkpoint Charlie“. In den darauffolgenden 28 Jahren bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 wurde er zu einem Anziehungspunkt für Diplomaten und Spione und damals auch schon für interessierte Touristen. Unser Ziel galt der weltweit bekannten Ausstellung „Die Mauer“ des Künstlers Yadegar Assisi, der in einer riesigen Leinwanddarstellung das damalige Leben in der Ostzone Berlins darstellt. Sehr, sehr imposant man hat das Gefühl man lebe mitten in der damaligen Ostzone Berlins. Nach dieser ergreifenden Ausstellung des Künstlers Assisi besuchten wir, nach einem Kurztrip zum Brandenburger Tor dem Wahrzeichen Berlins, den schönsten Weihnachtsmarkt der Stadt am Gendarmenmarkt. Sich darstellend, zwischen dem deutschen und französischen Dom und dem Staatstheater bildet er eine nicht zu überbietende Kulisse. Wir waren alle der Überzeugung, dass er der Schönste unter den Schönsten Berlin sein muss. Nach diesem doch kulturell geschwängerten Tag, mit Schwerpunkt „Mauerfall“ freuten wir uns alle auf die Einkehr im begehrten „Brauhaus Augustiner“ am Gendarmenmarkt. Die Reservierung in diesem bayrisch angehauchten Brauhaus geschah unsererseits mit einem Jahr Vorlauf sonst erginge es uns so wie Vielen die versuchen spontan da einen Platz zu bekommen und enttäuscht abziehen müssen. Deshalb der Tipp rechtzeitig reservieren. Im Brauhaus trafen wir uns mit unseren Berliner Wanderfreunden aus dem Eifelverein OG Berlin. Die Freude war groß , das Essen war Spitze, die Gespräche interessant die Getränke hervorragend ein rundherum gelungener Ausklang des Kulturtages in Berlin.

Der dritte Tag (30.11.19) unseres abwechslungsreichen Berlintrips führte uns hinaus auf´ s Land, nach Brandenburg, genauer gesagt, nach Lübbenau in den märchenhaften Spreewald. Es ist nun das drittemal, dass wir den Spreewald im Winter besuchen und es ist immer wieder märchenhaft. Die Anfahrt mit der DB gestaltete sich etwas schwierig da Bauarbeiten am Ostkreuz Berlins uns zwangen über Königswusterhausen (KW) nach Lübbenau zufahren. Aber das Berliner S+U Bahn Netz ist so flexibel, dass es für uns kein Hindernis darstellte. In KW vereinten sich die Berlinis und Hirschis wieder zur Hirschwanderfamilie die nun auf 24 angewachsen ist. Voller Vorfreude auf den heutigen adventlichen Tag erreichten wir Lübbenau im Spreewald. Unsere gemütliche „Wanderung“ zum großen Hafen verlief sehr harmonisch. Einige benutzen zur Anreise ein Taxi, ein bisschen Luxus muss sein, und trafen sich mit den“Fußgängern“ im großen Hafen. Hier erwartete uns unser eigener „Berlini/Hirschi – Kahn. Fassungsvermögen 25 Personen, wir waren 24 und nicht zu vergessen einen Platz mussten wir unserem „Lutken“ (das ist ein Wichtel aus dem Spreewald der uns unterwegs Geschichten aus dem Spreewald erzählt) freihalten. Auf beschaulichen Wasserwegen(Fliesen) wurden wir mittel „Rudel“ mit Steuermann gemütlich nach Lehde (Dorf im tiefen Spreewald) geschoben. Hier erwartete uns ein Weihnachtsmarkt (WM) der besonderen Güte. Das Sorbendorf Lehde hat hier einen Weihnachtsmarkt gestaltet der das Leben der Sorben in der Weihnachtzeit zelebriert. Es ist schwer mit Worten zu beschreiben, wie sehr sich dieser WM von den üblichen unterscheidet. Einfach mal besuchen dann spürt man es. Nach ausgiebigen Aufenthalt und Rückfahrt mit unserem Kahn kehrten wir zum Abschluss noch im urigen Gasthof „Spreewaldidyll“ ein. Bei typische Spreewald Speisen und mundigen Getränken und angeregten Gesprächen genossen wir den Augenblick. Während der Heimreise gerieten wir noch in eine „Braunkohledemo“ die wiederrum zu interessanten Gesprächen im Zug nach Berlin führten.
Am letzten Tag unseres Berlinbesuches (01.12.19) genossen wir noch das reichhaltige Frühstück in unserem 4 Sterne Hotel bevor wir dann von Berlin Gesundbrunnen aus termingerecht nach Hause fuhren.
Erika und Lothar Hirsch
(Wanderführerin/er, Kulturwart, 2.Vorsitzender des Eifelvereins OG Köln)